Neue Zusammenarbeit und neues Wissen
Zukunftskonferenz der IG Metall Schwabach

Bei der Zukunftskonferenz der IG Metall in der Kulturfabrik ging es um eine Bestandsaufnahme zu Transformationsthemen „nach Corona“ und um neue Formen der Zusammenarbeit


Am 30. Juni trafen sich Vierzig IG Metallerinnen und Metaller aus Unternehmen der Region, um gemeinsam darüber zu diskutieren, wie sich die Arbeitswelt in letzter Zeit verändert hat und welche neuen Herausforderungen sich darauf für die Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit ergeben. Eingeladen hatte die IG Metall Geschäftsstelle Schwabach. „Wir sind unglaublich froh, dass ihr unserer Einladung gefolgt seid!“, freute sich der langjährige Erste Bevollmächtigte Franz Spieß bei der Begrüßung. Die ersten Ideen für die Konferenz gab es bereits im Januar 2020, im Sommer folgte eine Klausur des Ortsvorstands und dann erzwang die Corona-Lage immer wieder Verschiebungen. Nun war es endlich möglich, sich wieder in Präsenz zu treffen, mit Tests, Abstand und Masken zwar, aber immerhin! Zu Beginn gab es einen Impulsvortrag von Prof. Dr. Jörg Kopecz, Professor für Unternehmensführung und digitales Transformationsmanagement und Mitbegründer des Instituts für Transformationsmanagement (iTM), der aus Bonn per Video zugeschaltet war. Seine Kernbotschaft: „Digitalisierung kann viel, beschleunigt uns und lässt sich nicht aufhalten. Sie polarisiert, verändert die Arbeitswelt und stellt etablierte Rollen in Frage“.

Direkt im Anschluss ging es in Arbeitsgruppen. Im Fünfzehn-Minuten-Takt wanderten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Kleingruppen zu verschiedenen Themenstationen und erarbeiteten sich eine aktuelle Bestandsaufnahme zu folgenden Fragestellungen: Chancen und Risiken der Digitalisierung im eigenen Betrieb, E-Mobilität, neue Formen der Zusammenarbeit, sich wandelnde Ansprüche und nicht zuletzt das eigene Selbstverständnis als Interessevertreter. 

Gruppenarbeit

Gruppenarbeit bei der Zukunftskonferenz

Neue Wege

Neue Wege hatte es bereits bei der Einladung gegeben: Es waren nicht nur Funktionäre angesprochen worden, sondern es war auch per Instagram und Facebook-Video eingeladen worden: Jeder durfte sich anmelden und mitdiskutieren. Während der Konferenz gab es Meinungsabfragen in Echtzeit via Mobiltelefon und einem Online-Umfragetool. Und auch bei der Berichterstattung wird es modern werden: Ein eigenes Kurzvideo zur Konferenz wird in den nächsten Tagen viral gehen. Moderiert wurde die Konferenz von den Mitgliedern der Geschäftsstelle Schwabach sowie dem iTM. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kam das Konzept, das im Vorfeld von beiden Organisationen im Team erarbeitet worden war, gut an: „Kurzweilig und spannend“ war zu hören und: „Es war großartig, dass wir nicht zum Zuhören da waren, sondern dass es um uns, unsere Meinung und unsere Themen ging. Wir konnten selbst aktiv sein.“

Viel Arbeit

Allen wurde im Laufe des Tages klar: „Uns steht viel Arbeit bevor. Wir können nur kompetent mitgestalten, wenn wir uns neue Kompetenzen aneignen und uns regelmäßig austauschen, sowohl in den einzelnen Unternehmen als auch über Unternehmensgrenzen hinweg.“ - „Es ist nicht schlimm, dass wir noch nicht alles wissen“, fasste Jens Lindemann von der IG Metall Schwabach bei der abschließenden Interview-Runde seine Eindrücke zusammen, „aber wir sehen jetzt viel klarer, was wir brauchen – und wo wir uns Support holen können.“ Und Michael Schiele, der ehrenamtliche zweite Bevollmächtigte der IG Metall, verabschiede die Teilnehmenden mit den Worten: „Was mir Mut macht, das seid ihr – mit euren Fragen, euren Ansprüchen und eurem Engagement!“ Am Ende verließen alle Anwesenden nach einer abwechslungsreichen Konferenz die Kulturfabrik mit jeder Menge Fragen und Ideen, aber auch voller Zuversicht – und im Gefühl der Freude, sich endlich einmal wieder live gesehen und ausgetauscht zu haben. 

 

 

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